Ruder-Sprint-Cup 2019

Deutschlandachter gewinnt 400 m-Sprint im Kreishafen

Ruder-Sprint-Cup 2019

400 Meter Sprint: Großbritannien (Außenbahn) war mit 00:58.57 schneller als die Ruderer aus den USA mit 00:59.07. Der Deutschlandachter konnte sich mit einer Zeit von 00:56.59 gegen die Niederlande mit 00:57.67 durchsetzen. Und ist somit der Gewinner des Ruder-Sprints über 400 Metern.

Stadtwerke Rendsburg Ergo-Cup 2019

Stadtwerke Rendsburg Ergo-Cup 2019

Spannendes Rennen! Deutschland und Niederlanden waren beide gleich schnell mit 1:20,5. Per Einzelwertung wurde der Sieger bestimmt: mit 1:18,1 hatte Simon aus den Niederlanden das beste Ergebnis und den Sieg für sein Land geholt, vor Deutschland, Großbritannien und USA.

Interview mit Richard Schmidt

Erneut hat sich der Deutschland-Achter die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft in Ottensheim, Österreich, gesichert. Mit im Boot saß Richard Schmidt. Im Interview spricht der 32-Jährige über den Sport und das wohl härteste Ruderrennen der Welt.

Das erste Mal saß Richard mit acht oder neun Jahren in einem Ruderboot. „Freunde haben mich mitgenommen. Mir hat das Rudern sehr viel Spaß gemacht und ich war mit einer tollen Truppe zusammen, deshalb bin ich dabei geblieben.“

Anfänglich spielte der Rudersport neben seinem Hobby Handball allerdings nur eine untergeordnete Rolle. „Doch dann kamen die Erfolge im Rudern und es hat immer mehr Spaß gemacht, sodass ich mit dem Handballspielen schließlich aufgehört habe.“

Was folgte, waren die Junioren WM, die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft im U23-Bereich und zahlreiche weitere Titel bis Richard 2008 einen Platz im Deutschland Achter bekam.

Derzeit sitzt der 32-Jährige auf Platz 7 im Boot, direkt hinter dem Schlagmann. Während der zehn Jahre, die er zum Team des Deutschlandachters gehört, saß er von 2008 bis 2015 in der Mitte, bevor 2015 auf Platz 7 wechselte. „Im Training ist mein Platz aber auch immer mal woanders.“

Um so erfolgreich zu sein, muss Richard zwei bis drei Mal täglich trainieren. „Mein Tag startet mit einer Sporteinheit. Danach gehe ich zur Arbeit. Abends wird dann noch mal trainiert.“

Während des Studiums war es einfacher, alles unter einen Hut zu bekommen. Heute als Soldat muss Richard in seiner Freizeit immer wieder Abstriche machen. „Es bleibt wenig Zeit für Familie, Freunde und andere Dinge. Solche Aktivitäten finden nur in einem sehr begrenzten Rahmen statt. Das sind sozusagen die Schattenseiten des Sports.“

Derzeit schreibt er an seiner Promotion im Bereich Energietechnik. „Für mich war es wichtig, eine duale Karriere zu machen. Auch wenn ich noch keine genaue Vorstellung habe, wie meine Zukunft aussehen soll.“
Als Sportler denke man eher in Zyklen von WM zu WM, sagt er. Doch für Richard ist klar, nach 2020 ist Schluss mit dem Rudersport. Doch bevor er seine Karriere beendet, will er sich noch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren.

Doch jetzt nach der WM steht für ihn und seine Mitstreiter erst mal der SH Netz Cup in Rendsburg an. „Das ist wie jedes Jahr eine knallharte Herausforderung. Die Strecke ist einfach sehr lang. Auf so eine Länge sind wir gar nicht trainiert.“
Man brauche vor allem mentale Stärke, sich nach der Weltmeisterschaft direkt wieder zum Training aufzuraffen.
„Die Konkurrenz wird von Jahr zu Jahr stärker. Wir beginnen direkt am Dienstag mit den Vorbereitungen für den SH Netz Cup.“

Dennoch freue er sich auf das Rennen und will sich in diesem Jahr wieder den Sieg sichern.

Troubleshooter beim SH Netz Cup

Jahrelanges Engagement von Tobias Borrmann

Troubleshooter beim SH Netz Cup

Bereits zum 19. Mal findet in diesem Jahr der SH Netz Cup in Rendsburg statt. Die Troubleshooter kümmern sich jedes Jahr mit um den Auf- und Abbau der Veranstaltung und greifen überall da ein, wo helfende Hände gebraucht werden.

Tobias Borrmann ist gemeinsam mit Ole Ipsen und Juliane Kaak von Anfang an beim SH Netz Cup mit dabei. Inzwischen hat er gemeinsam mit seinem Sandkastenfreund Ole Ipsen die Leitung der Troubleshooter übernommen

Tobias ging damals in Rendsburg noch zur Schule – auf das Helene-Lange-Gymnasium und war dort Teil der Ruderriege. „Ich habe in der 6. Klasse das Rudern während einer Schnupperwoche kennengelernt und war begeistert.“ Seit diesem Zeitpunkt verbrachte Tobias jeden Nachmittag mit seinen Freunden am Wasser. „Wir haben gerudert, die Boote gewartet, gemeinsam gekocht und gespielt – es war eine tolle Zeit.“

Als dann nach freiwilligen Helfern gefragt wurde, sagte er sofort zu. Über die Jahre wuchs er immer mehr in die Arbeit hinein und kümmert sich derzeit um die Koordination der Troubleshooter. Die Mitglieder stammen damals wie heute aus der Ruderriege des Helene-Lange-Gymnasiums, der Herderschule und dem Rendsburger Ruderverein. „Wer Lust hat, kann bei der Veranstaltung dabei sein“, sagt der 33-Jährige.

Für ihn ist die Arbeit beim SH Netz Cup eine Herzensangelegenheit, für die er sich gerne Urlaub nimmt. „Wenn man unsere Arbeit bezahlen müsste, würde es die Veranstaltung in dieser Form nicht mehr geben.“

Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem das Aufhängen von Bannern, das Aufstellen der Ergometer, die Betreuung der Ruderer aus den unterschiedlichen Nationen, das Auswuchten von Booten. „Jedes Jahr kommt etwas Neues hinzu, was es vorher nicht gab.“

Nicht selten sind die Troubleshooter bis zu zwölf Stunden im Einsatz. „Die Stimmung ist aber immer gut, es ist ein bisschen wie auf Klassenfahrt und die Müdigkeit spürst du irgendwann nicht mehr.“ Außerdem sei es eine tolle Möglichkeit, Ruderer aus unterschiedlichen Nationen einmal ganz nah zu kommen und sich mit ihnen über den Sport auszutauschen.

Das Rennen sei für Tobias Borrmann immer wieder ein Grund, in die Heimat nach Rendsburg zurückzukehren. Inzwischen lebt der 33-Jährige in Heilbronn und hat abseits des SH Netz Cups nur noch wenige Berührungspunkte mit dem Rudern. „Ich habe ein Ergometer zu Hause, dass ich aber nur selten nutze. Durch die Veranstaltung ist die Verbindung zum Sport geblieben.“

Und obwohl die Veranstaltungstage körperlich wirklich anstrengend seien, seien diese Tage für ihn dennoch Urlaub, auch wenn ihm das immer keiner glaube, sagt Tobias lachend.